Datum: 23.07.2016
Status: Abgeschlossen
Sitzungsort: Sitzungssaal Rathaus Himmelstadt
Gremium: Gemeinderat Himmelstadt
Körperschaft: Gemeinde Himmelstadt


Öffentliche Sitzung, 14:45 Uhr bis 18:40 Uhr

TOP-Nr. Bezeichnung
1 Besuch der Energieversorgung Lohr-Karlstadt
2 Waldbegang mit dem Revierförster Werner Trabold

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1. Besuch der Energieversorgung Lohr-Karlstadt

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Gemeinderat Himmelstadt (Gemeinde Himmelstadt) 11. (ENERGIE+Waldbegang) Sitzung des Gemeinderates Himmelstadt 23.07.2016 ö 1

Sachverhalt

Auf Einladung der Energieversorgung Lohr-Karlstadt besuchte der Gemeinderat die Geschäftsstelle in Karlstadt. Der technische Betriebsleiter, Herr Kram, und der Rohrnetzleiter, Herr Knorz, stellten den Betrieb vor und informierten über die technische Betriebsleitung der Wasserversorgung in Himmelstadt.

Abstimmungsergebnis:                o. A.

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2. Waldbegang mit dem Revierförster Werner Trabold

Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Gemeinderat Himmelstadt (Gemeinde Himmelstadt) 11. (ENERGIE+Waldbegang) Sitzung des Gemeinderates Himmelstadt 23.07.2016 ö 2

Sachverhalt

Der 1. Bürgermeister begrüßt Herrn Trabold und Herrn Kirchner. Er erteilt FOR Werner Trabold das Wort.
Herr Trabold informiert die Anwesenden über Lage und Größe des Gemeindewaldes. Folgende Waldabteilungen wurden begangen:

-        Weg nach Stadelhofen Höhe Bildstock
-        Abteilung Duttenbrunner Weg
-        Wendeplatz

a) Weg nach Stadelhofen Höhe Bildstock
Der Bereich ist eine Erstaufforstung, bei der vor 28 Jahren Bergahorn gepflanzt wurde.
Besonders deutlich zeigen sich im Bereich die durch den Trockensommer 2015 verursachten Schäden. Bei zahlreichen Bäumen reißt das Kambium auf, es bildet sich Schleimfluss. Der Baum verliert seine Nährsäfte. In Folge dessen versuchen die Pflanzen mit sogenannten Angstreisern, nah am Stamm neue Triebe zu bilden. Vielfach wird dies das Absterben des Baumes nicht verhindern können.
FOR Trabold befürchtet im Laufe der Zeit noch weitere Schäden an Buchen, Eichen und Ahorn. Betroffen sind sowohl Jung- als auch Altbäume gleichermaßen. Auf flachgründigen Beständen sind die Schäden eher bemerkbar, auf tiefgründigen Beständen nur bei stark der Sonne ausgesetzten Bäumen.
Die Befürchtung besteht, dass weitere Schädigungen der Pflanzen durch Wollläuse und Borkenkäfer folgen. Beim Borkenkäfer werden bereits höhere Flugzahlen registriert.
Im Bereich stehen Pflegemaßnahmen an. Vor der Durchforstung des Bestandes sollen jedoch die Schädigungen erfasst werden. Aus diesem Grund wird die Durchforstung um ein Jahr zurückgestellt.
Die Pflegemaßnahmen werden nötig, da der Bergahorn zwischen 25 und 40 Jahren den größten Zuwachs verzeichnet.
Die Durchforstung erfolgt, wenn ein Viertel der Baumlänge astfrei ist. In Betracht kommen Bäume mit einer astfreien Baumlänge von 8m.
FOR Trabold erläutert das Auswahlverfahren der freizustellenden Bäume („Z“-Bäume). Im Endbestand sollen 80 bis 100 Bäume je Hektar in einem Abstand von ca. 10 x 10 m verbleiben. „Z“-Bäume werden farblich gekennzeichnet (gelb). Zu fällende Bedränger ebenfalls farblich (blau). FOR Trabold verwendet kompostierbares Kreppband.
In den nächsten 20 Jahren müssen im Bestand ca. 4 bis 5 Pflegemaßnahmen vorgenommen werden.


b) Abteilung Duttenbrunner Weg
Besprochen wird der Altbestand mit Buchen zwischen 150 und 180 Jahren. Auf einer Fläche von 10 Hektar stehen 60% Buche, 30% Eiche, 10% sonstige in einer Größenordnung von rund 3.300 Festmeter. Jährlich wird ein Zuwachs von 90 Festmetern gebildet.
FOR Trabold erläutert die Funktion einer alten einzeln stehenden Buche. Dabei handelt es sich um einen Biotopbaum. Darin befindliche Spalten und Höhlen dienen der Artenvielfalt. Besonders stolz kann die Gemeinde Himmelstadt z.B. darauf sein, dass im Gebiet noch Brutpaare der Hohltauben nisten. Hohltauben benötigen zum Brüten sehr viele Höhlen und sind damit Biotopanzeiger. Biotopbäume sind mit einer Wellenlinie gekennzeichnet.
Der Buchenbestand hat sich im Bereich schon selbst stark verjüngt. Es gibt jedoch einen hohen Verbiss durch Rehwild. Der Bestand wurde 2012 ausgepflanzt mit Spitzahorn und Kirsche. Die Pflanzen werden durch Hülsen geschützt, die ein Kleinklima erzeugen. Deutlich sichtbar ist, dass dies sehr zu einer guten Wüchsigkeit der Pflanzen beiträgt.
Weitere Lücken im Endbestand werden in den kommenden Jahren weiter mit Edellaubhölzern ausgepflanzt. Ziel ist ein gut durchmischter Laubholzbestand.
Im Gegensatz zu den Edellaubhölzern baut die Buche auch noch im hohen Alter ihre Krone aus. Deshalb kann sie weiter in Gruppen stehen bleiben.

Das Gremium erkundigt sich, warum die Neuaufforstungen sehr eng gepflanzt wurden. Auch dies dient dazu, die Bäume zu einem schnellen Höhenwachstum anzuregen.


c) Wendeplatz
FOR Trabold erläutert den Bestand. Es handelt sich um einen 27-jährigen Bestand mit 55% Buche, 15% Eiche, 10% Bergahorn, 5% Spitzahorn und 5% Kirsche. Von der Kirsche sind 50 Bäume bereits geastet.
Auf der Hangfläche wird die nächste Pflege in 3 Jahren benötigt.
Einige Bäume sind nicht vollständig gefällt sondern lediglich „geringelt“. Dabei wird die Kambiumschicht zerstört. Der Baum wird nicht mehr ausreichend mit Nährstoffen versorgt und stirbt langsam ab.  Die so behandelten Bedrängerbäume verbleiben im Wald und sorgen dafür, dass der Bestand nicht instabil wird.
Die Kosten für die Pflegemaßnahme pro Hektar belaufen sich auf 450,00 €. Die Gemeinde kann für diese Kosten eine Förderung von 400 € realisieren. Lediglich 50,00 € verbleiben somit als Eigenanteil bei der Gemeinde.
Das Gremium erkundigt sich, warum die Bäume so weit über dem Boden gefällt werden. Das Fällen in Brusthöhe hat rein ökonomische Gründe für den Waldarbeiter.
FOR Trabold arbeitet mit zwei Unternehmen zusammen. Mit Fa. Reith werden hauptsächlich maschinelle Arbeiten durchgeführt. Ein weiteres Unternehmen aus Baden-Württemberg stellt zwei Waldarbeiter für Pflegemaßnahmen von Hand.

FOR Trabold freut sich, das  Betriebsergebnis 2015 verkünden zu können. Demnach konnte ein Gewinn von 53.818 € erwirtschaftet werden.

In diesem Jahr steht eine weitere Wegeunterhaltung an. Die Maßnahme ist bereits angemeldet.

1. Bürgermeister  Gundram Gehrsitz dankt FOR Werner Trabold, sowie Herrn Kirchner für den informativen Waldbegang.

Abstimmungsergebnis:                o. A.

Datenstand vom 29.05.2018 12:11 Uhr