Windkraftanlagen im Markt Altomünster; Studie über mögliche geeignete Standorte im Gemeindegebiet und Billigungsbeschluss


Daten angezeigt aus Sitzung:  Sitzung des Marktgemeinderates, 27.09.2011

Beratungsreihenfolge
Gremium Sitzung Sitzungsdatum ö / nö Beratungstyp TOP-Nr.
Gemeinderat (Markt Altomünster) Sitzung des Marktgemeinderates 27.09.2011 ö beschließend 1

Sach- und Rechtslage

Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung vom 24.05.2011 beschlossen, für das gesamte Gemeindegebiet des Marktes Altomünster einen gemeinsamen sachlichen Teilflächennutzungsplan zur Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen gemäß §§ 2 Abs. 1, 5 Abs. 2 b, 204 Abs. 1 Baugesetzbuch aufzustellen.

Das Büro Brugger hat zwischenzeitlich eine Studie ausgearbeitet, die mögliche geeignete Standorte für Windkraftanlagen im Gemeindegebiet Altomünster aufzeigt.

Die möglichen geeigneten Standorte für Windkraftanlagen wurden im Rahmen eines Ausschlussverfahrens nach den folgenden Ausschlusskriterien ermittelt:

Harte Ausschlusskriterien (Ausschluss grundsätzlich ungeeigneter Flächen)
-        Wasserschutzgebiet, gem. FNP Markt Altomünster, Stand 10/2010
-        amtlich kartierte Biotope
-        Ökokontoflächen, Ausgleichsflächen
-        Wald mit besonderer Bedeutung für das Landschaftsbild, gem. Waldfunktionsplan Lkr. Dachau (1997)
-        Wald mit besonderer Bedeutung als Biotop, gem. Waldfunktionsplan Lkr. Dachau (1997)
-        Wald mit besonderer Bedeutung für den Bodenschutz, gemäß Waldfunktionsplan Lkr. Dachau (1997)
-        Vorranggebiet zum Abbau von Bodenschätzen, gem. Regionalplan München, Stand 02/2002
-        Abbauflächen, gem. FNP Markt Altomünster, Stand 10/2010
-        Landschaftsschutzgebiet, gem. Waldfunktionsplan Lkr. Dachau (1997)
-        Sondergebiet Photovoltaik, gem. FNP Markt Altomünster, Stand 10/2010

Abstände zur Vermeidung von Immissionen (in Anlehnung an die TA-Lärm)
-        Pufferbereich um reine Wohngebiete ca. 1.150 m
-        Pufferbereich um allgemeine Wohngebiete ca. 900 m
-        Pufferbereich um Mischgebiet, Mischgebiet Dorf, Außenbereich ca. 900 m
-        Pufferbereich um Bundes-, Kreis-, Staatsstraßen ca. 200 m
-        Pufferbereich um Bahnlinie ca. 300 m
-        Pufferbereich um Hochspannungsleitungen ca. 200 m

Anmerkung zu den Abständen:


Die Abstände ergeben sich in erster Linie daraus, dass der durch die TA-Lärm vorgeschriebenen Lärmpegel in den jeweiligen Siedlungsbereichen (Tag- und Nachtwerte) einzuhalten ist.

Die maximal zulässigen Grenzwerte in Siedlungsbereichen betragen nach der geltenden TA-Lärm:
„Gebietseinwertung“          Tags [dB(A)]                    Nachts [dB(A)]
Industriegebiet                        70                        70
Gewerbegebiet                        65                        50
Dorfgebiet                                60                        45
Wohngebiet                                55                        40
Reines Wohngebiet                        50                        35
Krankenhaus, Kurgebiet                45                        35

Im Zusammenspiel mit der „Gebietseinwertung“ und den zulässigen Lärmwerten ergeben sich die erforderlichen Abstände:

Art der baulichen Nutzung
3 dB(A)*
Empfehlungen LfU (2006 bzw. 2011)
Variante Büro Brugger
reines Wohngebiet (WR)
1.150 m
~ 1.000 m
1.150 m
allgemeines Wohngebiet (WA)
650 m
800 m
900 m
Mischgebiet, Mischgebiet Dorf, Außenbereich (MI)
350 m
500 m
900 m
Gewerbe (G)
200 m
300 m
500 m
   * "3 dB (A) Sicherheit zu vorgegebenen Grenzwerten (Berechnungen Landratsamt Dachau)"

Nicht berücksichtigt als Entscheidungskriterien wurden die
-        Nähe einer Windkraftanlage zu einer möglichen „Stromeinspeisestelle“
-        Windgeschwindigkeiten.

Im Gemeindegebiet des Marktes Altomünster ergeben sich damit lediglich zwei Flächen mit einer Gesamtgröße von ca. 79 ha (Fläche 1: ca. 11 ha, Fläche 2: ca. 68 ha). Dies entspricht in etwa einem Flächenanteil von 1,0% an der gesamten Gemeindefläche:

Fläche 1 – westlich von Thalhausen


Fläche 2 – Teilfläche des Altowaldes nördlich von Altomünster


Anmerkung:
Die durchgezogene orange Linie ergibt sich bei einem Abstand von 900 m zur nächsten Bebauung.
Die gestrichelte orange Linie ergibt sich bei einem Abstand von 800 m zur nächsten Bebauung. Es wird darauf hingewiesen, dass sich bei einem angenommen Abstand von 800 m lediglich die beiden vorgenannten Flächen für mögliche geeignete Standorte für Windkraftanlagen auf insgesamt ca. 140 ha und damit auf einen Flächenanteil von 1,8% an der gesamten Gemeindefläche vergrößert. Zusätzliche neue Flächen an anderer Stelle ergeben sich jedoch nicht.

Bei Einhaltung der vorgenannten Abstände ist i.d.R. kein eigenes Lärmschutzgutachten mehr erforderlich – es gelten die Aussagen der technischen Datenblätter des jeweiligen Windkraftanlagentyps.
Bei einer Entfernung der Windkraftanlage zur Bebauung von mehr als der dreifachen Gesamthöhe der Windkraftanlage ist nicht mehr von einer „bedrängenden Wirkung“ auszugehen.

Die vorgestellte Studie bildet die Basis für den Entwurf des o.g. Teilflächennutzungsplans.

Beschluss

Den in der Studie dargestellten geeigneten Flächen, die sich bei einem Abstand von 900 m zur nächsten Bebauung ergeben, wird grundsätzlich zugestimmt.
Der erläuterte Entwurf für den Teilflächennutzungsplan zur Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen wird in der Fassung vom 27.09.2011 gebilligt.

Abstimmungsergebnis
Dafür: 18, Dagegen: 0