Im Rahmen der Haushaltskonsolidierung wurde wiederholt auch das Thema „Open Library“ für unsere Bibliothek thematisiert. Dieses soll nun aktiv angegangen werden, mit dem Ziel der Umsetzung nach Möglichkeit schon in 2024.
Worum geht es dabei?
Das Angebot von Bibliotheken umfasst in Füssen wie in vielen anderen Kommunen weit mehr als die Ausleihe von Büchern. Die Einrichtungen haben sich zu Orten von Bildung und Begegnung entwickelt. Durchgängig geöffnete Open Libraries unterstützen dieses Konzept.
Öffentliche Bibliotheken verändern sich grundlegend und sind vielerorts zu Innovationstreibern und Frequenzbringern der Ortszentren geworden. Verschiedene Trends der letzten Jahre, in die Gemeinden viel investiert haben, stehen hier im Vordergrund:
Die Digitalisierung, der Bibliotheken mit ihren digitalen Angeboten Rechnung tragen, wie zum Beispiel der „Onleihe“-E-Book-Plattform oder Streaming-Plattformen für Film und Musik. Diese digitalen Dienstleistungen sind gerade in der Corona-Krise sehr wichtig geworden.
Das Konzept „Bibliothek als Ort“, das den Menschen in den Mittelpunkt rückt und das Aufenthaltserlebnis für die Nutzer in den Vordergrund stellt.
Nutzung außerhalb der regulären Öffnungszeiten
Eine Möglichkeit, Bürgern mehr Bibliothek zu bieten, heißt „Open Library“. Das bedeutet, dass die Nutzer außerhalb der regulären Öffnungszeiten ohne Personal Zugang zur Bibliothek bekommen und diese nutzen können.
Durch den Wechsel zwischen personalbesetzter und personalloser Zeit kann der Grad der Zugänglichkeit und somit die Bürgerfreundlichkeit deutlich verbessert werden.
- Mit Öffnungszeiten während des Tages starten (7-18 Uhr) in 2024
- Mit Öffnungszeiten an zwei Tagen bis 21 Uhr und Samstagvormittag (ab 2025)
Für die Umsetzung dieses Projektes müssen aber auch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden:
- Automatische Tür mit Kartenlesegerät: Zutrittskontrolle
- Selbstverbuchungsterminals und intelligentes Medienrückgaberegal: Medienausleihe und -rücknahme
- Digitales Auskunftssystem (Katalog) und Online-Bezahlmöglichkeit
- Lichtsteuerung: Beleuchtung und automatische Schaltung zu den OL-Zeiten
- Lautsprechersystem: automatische Durchsagen an Bibliotheksbesucher
- Videoüberwachung: Aufzeichnung der Nutzeraktivitäten während der OL-Zeiten
- Software zur Steuerung aller Komponenten und Erhebung statistischer Daten
- Datenschutz ist bereits seitens des Herstellers abgewickelt
Schon 2020 wurde seitens des für die ehem. Klosteranlage verantwortlich zeichnenden Architekturbüros vorgeschlagen, die technische Umsetzung in der Stadtbibliothek (Installation von Lautsprechern, Kameras etc.) so zu planen, dass nicht in die Raumschale eingegriffen werden muss. Dieses Planungskonzept soll dann natürlich mit dem Bayer. Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt werden.
Mit dieser Maßnahme könnte eine für alle Beteiligten sinnvolle Lösung erzielt werden. 2019 gab es das letzte Angebot, dieses erhalten wir zeitnah aktualisiert zur Beauftragung. Mit allen Beteiligten wird dazu demnächst ein Abstimmungstermin stattfinden.
In der Sitzung geht es nun darum, dieses Projekt grundsätzlich freizugeben und die Mittel für diese Maßnahmen in die künftige Haushalts- und Finanzplanung einzustellen.